Kalender
Saisonkalender: was wann aus dem Freiland kommt
Saisonal einkaufen ist die einfachste Ernährungsregel überhaupt: Sie braucht keine Nährwerttabelle, nur einen Blick auf den Kalender.
Ein Saisonkalender beantwortet eine einzige Frage: Was wächst gerade in der Nähe? Die Antwort hat mehrere Vorteile auf einmal – kürzere Wege, weniger Energie für Gewächshaus und Kühlung, meist ein niedrigerer Preis und fast immer mehr Geschmack, weil reif geerntet wird.
Drei Kategorien unterscheiden
Vor dem Kalender steht eine Unterscheidung, die viele Übersichten unterschlagen:
- Freiland – gewachsen und geerntet in der laufenden Saison. Das ist gemeint, wenn von Saison die Rede ist.
- Lager – im Herbst geerntet, kühl eingelagert. Äpfel, Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und Kohl überstehen so den Winter. Das ist regional und energetisch günstig, auch wenn nichts mehr wächst.
- Gewächshaus – ganzjährig verfügbar, bei beheizten Häusern mit deutlich höherem Energieaufwand. Tomaten im Februar aus dem beheizten Haus schneiden in der Bilanz oft schlechter ab als Importware per Schiff.
Das Jahr in groben Zügen
Winter, Januar bis März
Die Lagerzeit. Wurzelgemüse, Kohlarten in großer Vielfalt, Kartoffeln, Zwiebeln, Äpfel und Birnen aus dem Lager. Dazu Hülsenfrüchte aus dem Vorrat und Feldsalat, der als einziger Salat Frost verträgt. Ab März treiben die ersten Wildkräuter.
Frühjahr, April bis Juni
Spargel ab Mitte April, Rhabarber, Radieschen, Salate, Spinat, Mangold, Kohlrabi. Ende Mai beginnen die Erdbeeren, im Juni Kirschen und die ersten Johannisbeeren.
Sommer, Juli bis September
Die Zeit der größten Vielfalt. Fruchtgemüse – Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika, Auberginen – Beeren in allen Varianten, Steinobst, ab August Zwetschgen und die frühen Äpfel. Wer einfrieren oder einkochen will, tut es jetzt.
Herbst, Oktober bis Dezember
Kernobst, Kürbis, Kohl, Wurzeln, Pastinake, Schwarzwurzel, Feldsalat, Rosenkohl nach dem ersten Frost. Gleichzeitig wird eingelagert, was durch den Winter tragen soll.
Was der Kalender nicht leistet
Regional und saisonal sind nicht automatisch ökologisch überlegen. Ein Beispiel, das immer wieder auftaucht: Lagerung über viele Monate kostet Energie, sodass später im Frühjahr importierte Ware in der Bilanz gleichauf liegen kann. Und der größte Hebel bei Lebensmitteln liegt ohnehin woanders – beim Anteil tierischer Produkte und bei dem, was in der Tonne landet.
Trotzdem bleibt der Kalender ein guter Ausgangspunkt, weil er ohne Rechnen funktioniert. Wer im Juni Erdbeeren isst und im Januar Kohl, macht wenig falsch.
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Ausführliche, nach einzelnen Sorten aufgeschlüsselte Saisontabellen gibt es unter anderem bei der Verbraucherzentrale. Was aus dem saisonalen Einkauf auf den Tisch kommt, schmeckt übrigens deutlich mehr, wenn man sich dabei Zeit lässt.