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Hilfsmittel

Meditationskissen: Höhe, Form, Füllung

Zubehör·Aktualisiert am 16. September 2026·2 Min. Lesezeit

Kein anderer Gegenstand entscheidet so unmittelbar darüber, ob zwanzig Minuten Sitzen angenehm oder quälend sind. Und keiner wird so oft in falscher Höhe gekauft.

Rundes Meditationskissen, ein Zafu
Der klassische Zafu: rund, gefaltete Seitenwand, fest mit Kapok oder Buchweizen gefüllt. Bild: Dontpanic (Dogcow on de.wikipedia), Public domain, via Wikimedia Commons

Ein Meditationskissen hat eine einzige Aufgabe: das Becken höher zu setzen als die Knie. Dadurch kippt das Becken leicht nach vorn, die Lendenwirbelsäule behält ihre natürliche Kurve, und der Rücken trägt sich selbst – ohne Muskelarbeit.

Die richtige Höhe finden

Setz dich im Schneidersitz auf eine Kante – Sofa, Treppenstufe, Stapel Bücher – und prüfe zwei Dinge:

  • Die Knie liegen tiefer als die Hüftgelenke. Nicht auf gleicher Höhe, sondern tiefer.
  • Der Rücken richtet sich ohne Anstrengung auf. Wenn du dich dafür aktiv aufrichten musst, sitzt du zu tief.

Die passende Höhe hängt von der Beweglichkeit der Hüften ab und liegt meist zwischen 10 und 20 Zentimetern. Steife Hüften brauchen mehr, nicht weniger. Wer unsicher ist, wählt lieber zu hoch – nachgeben lässt sich die Füllung leicht, nachfüllen selten.

Formen

Zafu. Das klassische runde Kissen mit gefalteter Seitenwand. Man sitzt auf der vorderen Kante, die Knie fallen nach vorn unten ab. Universell einsetzbar.

Halbmond. Vorne niedriger, hinten höher, seitlich geschwungen. Gibt den Oberschenkeln Platz und ist für viele bequemer als der runde Zafu.

Bänkchen. Kein Kissen, sondern ein kleiner Schemel für den Fersensitz. Ideal für Menschen mit empfindlichen Hüften; die Last liegt dann allerdings auf Knien und Sprunggelenken.

Zabuton. Die flache Matte darunter. Polstert Knöchel und Knie ab und ist auf hartem Boden praktisch unentbehrlich.

Füllung

FüllungEigenschaften
Buchweizenschalenformt sich exakt an, schwer, Höhe durch Entnahme regulierbar, raschelt leicht
Dinkelspelzähnlich wie Buchweizen, etwas weicher, mit Eigengeruch
Kapokleicht, weich, federtsackt über die Jahre zusammen
Schaumstoffformstabil und günstig, gibt nicht nach, für viele zu hart

Für die meisten ist Buchweizen die beste Wahl, allein wegen der Nachregulierbarkeit: Ein Kissen mit Reißverschluss lässt sich auf den eigenen Körper einstellen.

Alternativen aus dem Haushalt

Eine fest gefaltete Wolldecke, ein hartes Sofakissen mit einer Decke darüber oder zwei aufeinandergelegte Blöcke erfüllen den Zweck für den Anfang. Wichtig ist nur, dass die Unterlage nicht nachgibt – auf einem weichen Kissen sinkt das Becken ein, und der Vorteil ist dahin.

Und wenn Sitzen gar nicht geht?

Dann auf einen Stuhl: Füße flach am Boden, Sitzbeinhöcker hinten auf der Fläche, nicht anlehnen. Für die Meditationspraxis ist das gleichwertig. Der Lotussitz ist keine Voraussetzung, und der Ehrgeiz, ihn zu erreichen, kostet mehr Knie als er Praxis bringt.

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